Effiziente Stromnutzung im Haushalt

Erweiterte Version des Artikels "Energiebilanz positiv" im Robin Wood-Magazin 3/2007)

Zur Begrenzung der globalen Klimaerwärmung müssen die Industrienationen ihren Energieverbrauch mittelfristig um ca. 80% reduzieren und ihre Energieversorgung weitgehend auf regenerative Quellen umstellen. Das klingt utopisch und lässt sich nur mit grundsätzlich anderen Denk- und Handlungsweisen erreichen. Die Frage ist nicht mehr, wie kann ich hier und da etwas sparen, sondern: Wozu brauche ich wirklich Energie und wie kann ich meine Bedürfnisse mit geringstmöglichem Energieeinsatz befriedigen?

In den letzten fünf Jahren kamen meine Frau, ich und die beiden mittlerweile volljährigen Kinder mit 800 bis 850kWh (Bundesdurchschnitt ca. 3500kWh) aus, obwohl wir neben den üblichen Haushaltsgeräten wie Kühlschrank, Wasch- und Spülmaschine noch eine Gefriertruhe, eine Regenwasserpumpe, eine solare Brauchwasseranlage, Anrufbeantworter und Faxgerät betreiben. Auf reine Komfortgeräte wie Wäschetrockner, schnurlose Telefone, WLAN, etc. verzichten wir ganz bewusst, was den nebenbei den Vorteil hat, dass wir uns weit weniger Elektrosmog aussetzen. Für den guten Zweck hängen wir z.B. die Wäsche wie früher von Hand auf und ab und arrangieren uns mit den sicherlich eingeschränkten ästhetischen Möglichkeiten von Energiesparlampen.

Beim Kauf von Elektrogeräten empfiehlt es sich neben den Verbrauchswerten auf gute Qualität und Service zu achten. Im Falle eines Defektes sollte man sich nicht so schnell einreden lassen, eine Reparatur lohne sich nicht, weil der Kauf eines neuen Billigprodukts auch nicht teurer wäre. Teurer für die Umwelt ist er auf jeden Fall, denn bei der Herstellung der Geräte wird eine Menge Energie verbraucht.

Im Wesentlichen wird Strom im Haushalt für folgende Anwendungen gebraucht, auf die ich nachfolgend näher eingehen werde:

Beleuchtung: ^

Fast alle Lampen sind mit Energiesparbirnen bestückt und auch die brennen nur da, wo sich jemand aufhält. Bei der Korblampe in der Küche ließen nach der Umstellung Lichtfarbe und Helligkeit besonders zu wünschen übrig, bis ich auf die Idee kam, den Schirm innen mit Alufolie auszukleiden. Abgesehen von einer Sparlampe am Eingang und einer Lichterkette am relativ langen Weg von der Straße zur Haustür gibt es keine Lichtdekoration. Nachdem sich Bewegungsmelder (die auch bei ausgeschalteter Lampe ca. 1-2 Watt verbrauchen) zu sehr durch das Gebüsch irritieren ließen, kehrten wir wieder zum Handbetrieb zurück. Sofern jemand zu Hause ist , schaltet sie/er die Außenbeleuchtung bei Einbruch der Dunkelheit ein und beim zu Bett gehen wieder aus. Bei 30 Watt Gesamtleistung und ca. 5 Stunden Betrieb in den dunkelsten Wintermonaten verbraucht sie 5kWh pro Monat. Glühlampen gibt es nur in Räumen oder Ecken, die nur ganz kurz beleuchtet werden, wie der Vorratskammer oder dem Stauraum unter der Treppe. Dort sorgen Türschalter dafür, dass sie bei geschlossener Tür immer aus sind.

Kühlschrank: ^

Der Kühlschrank steht natürlich in der Küche, der Bequemlichkeit wegen nicht auf dem Boden, sondern auf einem Unterschrank, der wie die gesamte Kücheneinrichtung einige Zentimeter von der Wand abgesetzt ist. Die Seite zum Herd hin ist mit einer 3cm Dämmstoffplatte verkleidet, die an der Wand hinter der Küchenzeile bis hinunter zum Boden anschließt und so verhindert, dass warme Abluft vom Gasherd an die Kühlschrankrückseite gelangt. Der so gebildete Luftkanal hinter dem Kühlschrank hat auf Bodenhöhe einen Durchbruch zum Flur, d.h. von dort kann kalte Luft am Kühlschrank entlang aufsteigen, dessen Abwärme aufnehmen und so in die Küche bringen. Wie viel Energie das einspart, habe ich nie genau erfasst. Seit dieser Einbau fertig ist, läuft der Kühlschrank aber merklich seltener als früher. Wer keine Löcher in die Wand machen kann, sollte zumindest für freie Zuluft vom Boden und guten Abzug nach oben sorgen. Mangelnde Luftzufuhr auf der Rückseite kann auch den sparsamsten Kühlschrank ins Schwitzen bringen.

Gefriertruhe: ^

Da der Stromverbrauch der Gefriertruhe stark von der Umgebungstemperatur abhängt, wir aber keinen Keller haben, steht unsere im unbeheizten Nebengebäude. Ein Holzstapel vor der Südwand und etwas Alufolie in der verglasten Eingangstür verhindern die Aufheizung des Raumes durch die Sonne recht wirksam. Die im Winter eindringende Kälte spart zusätzlich Strom. Da mir die Isolierung auch der vor ca. 14 Jahren sehr sparsamen Truhe unnötig dünn erschien, verkleidete ich unsere gleich nach dem Kauf mit 5cm dicken Hartschaumplatten. Zwischen Rückwand und Kühlschlangen ließen sich zwar nur 3cm Wärmeisolierung und ein Strahlungsreflektor aus Alufolie unterbringen, trotzdem kann sich der Stromverbrauch des modifizierten Gerätes von ca. 120-150 kWh pro Jahr ohne Weiteres mit den derzeit modernsten messen lassen. Er übersteigt den des Kühlschrankes nur geringfügig.

Kochen: ^

Solange unser Strom vorwiegend in fossilen Kraftwerken mit weniger als 50% Wirkungsgrad erzeugt wird, ist das Kochen mit Gas trotz der Wärmeverluste am Herd umweltfreundlicher als das mit Strom. Elektrische Wasserkocher sind daher nur sinnvoll in Haushalten ohne Gasherd! Noch besser, weil richtig klimaneutral, ist natürlich das Kochen mit Holz. Weil es noch viel länger dauert als beim Elektroherd, bis die Platte heiß ist und sich die Hitze nur sehr langsam einstellen lässt, muss man das kochen damit völlig neu lernen. Effiziente und einigermaßen rußarme Kochherde sind eine Rarität, Omas Küchenhexe braucht jede Menge Holz und überheizt moderne Wohnungen auch im Winter. Wenn sie nicht in Betrieb ist zieht dann durch Ritzen und schlechte Dichtungen die warme Luft aus dem Haus, daher kann man von der Benutzung alter Herde generell abraten....

Toasten: ^

Mit 700 bis 900W Nennleistung gehören Toaster zu den energiehungrigsten Haushaltsgeräten. Ein Einsatz über 2 Minuten pro Tag summiert sich immerhin auf ca. 10 kWh im Jahr. Von kommerziellem Toastbrot ist schon aus ernährunsphysiologischer Sicht abzuraten, als passionierter Vollkornbrotbäcker und -esser möchte ich dennoch nicht darauf verzichten: Auch 8 bis 10 Tage altes Roggenvollkornbrot wird damit wieder wunderbar kanckig-frisch, daher "verbrate" ich im Schnitt etwas mehr. Der Kauf eines modernen Langschlitztoasters mit elektronischer Zeitschaltuhr hat sich insofern gelohnt, als ich damit 3 statt 2 Scheiben auf einmal toasten kann und nichts mehr anbrennt.

Spülmaschine: ^

Am meisten Strom braucht sie für das Aufheizen des Wassers, deswegen habe ich beim Kauf die Priorität auf geringstmöglichen Wasserverbrauch gelegt. Sie kann und sollte direkt an die Warmwasserversorgung angeschlossen werden, das Erwärmen von Wasser auch mit fossilen Brennstoffen imer noch umweltfreundlicher ist als das mit Strom.. Gespült wird unser Geschirr normalerweise mit dem 50°-Normalprogramm, das je nach Warmwassertemperatur ca. 0,6-1kWh verbraucht. Damit sich keine Rückstände in der Maschine festsetzen, kommt gelegentlich ein heißeres Programm zum Einsatz. Wird die Maschine sehr schnell voll, reicht auch das Sparprogramm.

Waschmaschine: ^

Auch beim Waschen kostet das Heizem am meisten Energie. Mittlerweile gibt es auch Waschmaschinen mit Heiß- und Kaltwasseranschluss, die vor 18 Jahren bereits verfügbaren automatischen Vorschaltgeräte waren mir damals schlichtweg zu teuer. Ersatzweise habe ich eine billige Duscharmatur davorgeschaltet. Beim Start eines Waschganges wird sie manuell auf die Waschtemperatur eingestellt, nach ca. 10 Minuten zurück auf "kalt", da das Spülen genauso gut mit Kaltwasser geht. Auch beim Waschen haben die Ansprüche und Gewohnheiten mehr Einfluss auf den Energieverbrauch, als die Energieeffizienzklasse der heutigen Geräte. Unterwäsche, die auch wir täglich wechseln, hat relativ wenig Volumen, für jedwede staubigen oder dreckigen Arbeiten im Garten, auf dem Acker, in der Werkstatt oder auf der Baustelle ziehen wir Arbeitsklamotten an, die nur alle paar Wochen in der Wäsche landen. Die Waschmaschine läuft daher schätzungsweise 1 Mal die Woche, nur wenn sie richtig voll ist. Wir waschen generell ohne Vorwäsche aber mit der "Eco"-Taste, die für eine verlängerte Waschzeit sorgt. Wichtig ist die separate Einstellmöglichkeit für die Waschtemperatur, damit man die auf das nötige Minimum reduzieren kann. Wir nehmen 60°C für weiße und 50°C für Buntwäsche. Mit der Warmwasserspeisung braucht auch unsere inzwischen ca. 18 Jahre alte Maschine nur 0,35-0,5kWh gegenüber 1,9kWh bei Kaltwasserbetrieb.

Bügeln: ^

Es spart eine Menge Zeit und Energie darauf fast vollständig zu verzichten. Nach einer Viertelstunde Fahrradfahrt, einer halben Stunde in der Bahn und einer weiteren Fahrrad- oder Sraßenbahnfahrt kann man ohnehin nicht mehr erkennen, ob ein Hemd gebügelt war oder nicht. Für die wenigen Anlässe, bei denen wirklich jemand drauf achtet, ist das Bügeleisen bei uns vielleicht eine Stunde im Jahr in Betrieb und der Stromverbrauch wirklich vernachlässigbar. Ich persönlich finde die Konvention, dass Wäsche geplättet sein soll, ohnehin blödsinnig und jedweden Energieeinsatz dafür völlig überflüssig...

Unterhaltungselektronik: ^

Musikanlagen brauchen bei Zimmerlautstärke normalerweise nicht mehr als 20-30 Watt. Man muss sie also schon einige Tage permanent betreiben, um eine Kilowattstunde zu verbrauchen. Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Standby-Verbrauch, den man am besten mit einer abschaltbaren Steckdosenleiste eliminiert. Deutlich energiehungriger im Betrieb sind üblicherweise Fernsehgeräte, viel schlimmer als die alten Röhrengeräte sind jedoch große Plasmabilschirme! Die Bildschirmfläche wächst quadratisch zur Bildschirmdiagonale, entsprechend auch der Stromverbrauch für die Hinterleuchtung des Bildschirms. Im Unterschied zu Computerbildschirmen sind LCD-Geräte selbst bei gleicher Bilschirmdiagonale nicht sparsamer als Röhrengeräte. Bei einer Stichprobe in der Elektroabteilung eines Kaufhauses fand sich nur ein einziges Gerät mit einem Stromverbrauch unter 50W, das aber deutlich kleiner war als unsere alte Glotze, die "nur" 70 Watt verbraucht. Zu empfehlen sind also nur die allerkleinsten LCD-Geräte, da sie keine nenneswerte elektromagnetische Strahlung aussenden, kann man sich getrost entsprechend näher daran setzen um den gleichen Größeneindruck zu erhalten. Die Fernsehbildauflösung ist technisch bedingt, allen Suggestionen der Werbung zum Trotz bieten kleine HDTV-Fernseher genau die gleiche Auflösung wie die großen Flagschiffe. Die schlimmsten Energiefresser in diesem Bereich sind Videobeamer, man kann nur hoffen, dass sie zu teuer für den Hausgebrauch bleiben.

Computer & Internet: ^

Der Stromverbrauch von Desktop-PCs (70-200 Watt, je nach Monitor, etc.) wird auch gerne unterschätzt, insbesondere wenn sie nebenbei als Musikboxen laufen. Normale CD-Player sind da deutlich sparsamer. Von häuslichen Netzwerken oder gar hauseigenen Servern kann ich daher nur dringend abraten. Wegen der permanenten Gefährdung durch Viren, Trojaner, etc. empfiehlt es sich ohnehin, nur einen PC am Internet zu betreiben. Bei uns ist es das Geschäfts-Notebook meiner Frau, das alleine schon wegen der obligatorischen online-An- und Abmeldungen ihrer Angestellten, des Tierbestandes und des online-Bankings. Internet-Recherchen, die heutzutage auch von der Schule gefordert werden und die elektronische Kommunikation erledigen wir alle an diesem Gerät, wenn man nicht im großen Stil Musik oder Videos aus dem Internet herunterlädt, reichen zum Datentransfer memory sticks problemlos aus. Das Notebook verbraucht beim Laden des Akkus ca. 50W, im Normalbetrieb 33W, dazu kommt bei Bedarf das DSL-Modem mit 7W. Bei Nichtgebrauch werden beide Geräte natürlich über eine schaltbare Steckdosenleiste vom Stromnetz getrennt.

Telekommunikation: ^

Im Standby-Betrieb ist eigentlich nur der Anrufbeantworter. Das Faxgerät, das meine Frau für ihren Gärtnereibetrieb braucht, wird über eine Zeitschaltuhr in der Nacht abgeschaltet. Da die billigen Steckernetzteile vieler Kleingeräte meist recht warm werden und damit relativ viel Energie verschwenden, lohnt es sich, sie durch passende Schaltnetzteile mit besserem Wirkungsgrad zu ersetzen: 1 Watt Dauerleistung verbraucht fast 9 kWh im Jahr! Als Telefonapparate benutzen wir alte Geräte, die keine separate Stromversorgung benötigen. Falls der Strom im Haus einmal ganz ausfallen sollte, können wir immer noch Telefonieren.

Werkstatt/Hobby: ^

Einer Statistik zufolge, die ich vor vielen Jahren gelesen hatte, wird die Bohrmaschine im normalen Haushalt durchschnittlich weniger als 10 Minuten benutzt, der Stromverbrauch ist demzufolge vernachlässigbar. Akkugeräte sind schon aufgrund des geringen Wirkungsgrades beim Laden und Entladen sehr uneffektiv. Wenn sie selten benutzt werden haben sie sich meist schon teilweise oder ganz selbst entladen. Durch längeren Leerstand oder Laden bevor sie leer sind leidet ihre Kapazität unter Umständen noch mehr als bei häufiger Benutzung. Nach 3 Jahren sind sie so oder so meist nicht mehr zu gebrauchen, müsssen entsorgt und mit entsprechendem Energieaufwand ersetzt werden. Richtige Energiefresser sind Elektroschweißgeräte jeglicher Art, sie werden aber meist nur sehr selten gebraucht. Nur bei fleißigen Künstlern oder Hobbyschlossern schlägt ihr Verbrauch ernsthaft zu Buche.

Sonnenkollektor: ^

Die Steuerung der Solaranlage muss nur bei Sonnenschein aktiv sein, das lässt sich recht einfach mit einer passend dimensionierten Solarzelle (das kleine dunkle Feld in der Mitte über dem Fenster) erreichen. Damit ist die Anlage immer betriebsbereit ohne Standby-Verluste zu produzieren, die Pumpe läuft bei Bedarf dann mit Netzstrom. Die auch noch direkt mit Solarenergie zu versorgen wäre sehr aufwändig, teuer und kontraproduktiv, da Solarzallen einerseits etwa 3-4 Jahre optimal genutzt werden müssen, bis sie die Herstellungsenergie kompensiert haben, die Solarpumpe andererseits aber nur einen geringen Teil des Jahres läuft.

Regenwasser: ^

Normalerweise fließt das Wasser ohne privaten Stromverbrauch aus der Leitung. Wie viel Energie in der hierzulande üblichen Fernwasserversorgung verbraucht wird, hängt sehr vom Aufwand bei der Gewinnung, Aufbereitung und dem Transport zum jeweiligen Verbrauchsort ab und ist daher kaum sinnvoll bezifferbar. Für die Klospülung erscheint mir das aufbereitete Trinkwasser auf jeden Fall zu schade. Da es hierzulande fast immer genug Regenwasser gibt (in den letzten 5 Jahren wurde meine 5m³-Zisterne nie leer) und ein Hauswasserwerk praktisch nur die Druckerhöhung leisten muss, gehe ich davon aus, dass die Regenwassernutzung auch energetisch sonnvoll ist. Vernachlässigbar ist der Stromverbrauch nicht, nach einer Woche Messung liegt die Hochrechnung des Jahresbedarfes derzeit bei ca. 40kWh.

Heizung: ^

Beim Thema Raumheizung wir es schwierig, da fast nur EigenheimbesitzerInnen Einfluss darauf haben und das meist nur soweit es den Vorstellungen des Installatuers nicht widerspricht. Die interessieren sich traditionell m wenigsten für den Stromverbrauch, denn ihr Geschäft ist der Einbau neuer Heizsysteme. Einsparpotentiale durch den Einbau moderner Brennwertkessel werden leider oft übertrieben und übersehen oder ignoriert, dass diese durchwegs viel mehr Strom brauchen als die alten. Weil die KundInnen viel Geld bezahlt haben, erwarten sie heute absolut gleichmäßige Raumtemperaturen bei denen man auch im tiefsten Winter auch mit leichter Kleidung nicht fröstelt. Dieser Komfort lässt sich am besten mit außentemperaturgeführter Vorlauftemperatureinstellung und permanent laufender Umwälzpumpe erreichen. Der guten alten Raumthermostat kann da nicht ganz mithalten, obwohl er den Stromverbrauch deutlich verringern könnte. Da die volle Leistung der Heizung hierzulande nur selten gefordert wird, läuft eine thermostatgesteuerte Pumpe nur einen Bruchteil der Zeit. Bei einer typischen Pumpenleistung von 50 Watt spart das immerhin 100 bis 150 kWh. Noch krasser ist der Unterschied bei Warmwasser-Zirkulationspumpen: Ein permament laufendes Exemplar mit nur 30W Leistung verheizt im Jahr mehr als 260kWh. Durch den Einbau eines einfachen Steuergerätes lassen sich der Stromverbrauch und die Wärmeverluste um 95% reduzieren. Mit meinem Holvergaserkesel habe ich vor 6 Jahren einen Glücksgriff getan. Er gehörte verbrennungstechnisch zu den besten, hatte nur den Nachteil, dass er sich nicht modulieren lässt. Weil das bei Stückholzkesseln trotz hohem Aufwand nur sehr eingeschränkt möglich ist, benötigt man einen Pufferspeicher. Ist der groß genug ausgelegt, kann man auf den meisten Elektronikscnickschnak verzichten. Mit einigen elektromechanischen Thermostaten lässt sich die Heizungssteuerung praktisch ohne Stromverbrauch weitestgehend abdecken. Im Heizbetrieb brauchen nur der Abgasventilator und die Heizkreispumpe Strom, zusammen etwa so viel wie 2 60-Watt-Glühbirnen. Da eine Ofenladung in etwa 4 Stunden abgebrannt ist und ich im Winter etwa 100 Mal anheize, ergeben sich dadurch nur etwa 50kWh. Zusammen mit der Thermostatgesteuerten und rücklauftemperaturgeregelten Umwälzpumpe verbraucht die gesamte Heizanlage im Jahr nur ca. 100kWh und das obwohl ich noch keine modernen Energiesparpumpen benutze.

Fazit: Energieeffiziente Haushaltsgeräte sind wichtig, weit größeren Einfluss als die Technik auf den Stromverbrauch haben jedoch Ansprüche und Gewohnheiten. Und wer neben diesen Sparmaßnahmen noch auf Ökostrom umsteigt, hat seine persönliche Klimabilanz deutlich verbessert.

Werner Behrendt, Holste

Sonstiges: ^

Gegenüberstellung     Glühlampe - Energiesparlampe
Leistung: 60W 12W
Lebensdauer: 1000h 10000h
Einzelpreis: 0,5-1€ 5-15€
Kosten für 10000h Betrieb:
Anschaffung: 5-10€ 5-15€
Stromkosten*: 108€ 21,6€
*: 0,18€/kWh

Tipp: Kaufen Sie ruhig teure Markenprodukte, Billigware hält meist nur eine Bruchteil der angegebenen Lebensdauer!
Sie halten damit das Müllaufkommen am geringsten und sparen fast genausoviel Geld.

"Energiefresser" (die man vermeiden bzw. nur selten benutzen sollte)

Heizlüfter
Deckenfluter (indirekte Beleuchtung)
Wäschetrockner
Bügeleisen
Lichtschläuche
Röhrenmonitore
Videobeamer
Halogenstrahler
Desktop-PC
Warmwasser-Zirkulationspumpe